Bauen am Hang – was muss man beachten?

Vor allem im Süden Deutschlands gibt es viele attraktive Grundstücke, die sich aufgrund der hügeligen Topographie in Hanglage befinden. Obwohl dies den Bau komplizierter macht, entscheiden sich viel Hausbauer für ein Grundstück am Hang, das eine schöne Sicht bietet und zu einem niedrigeren Preis angeboten wird. Hier gibt es hilfreiche Tipps für das korrekte und sichere Bauen am Hang.

Die Schwierigkeiten beim Bauen am Hang

Wer am Hang bauen möchte, sollte besonders gut auf die Ausrichtung des Grundstücks achten. Hier ist ein Südhang zu empfehlen, denn so öffnet sich das Gebäude zur Sonne hin, was lichtdurchflutete Räume und deutliche Ersparnisse beim Heizen zur Folge hat. Ein Nordhang hingegen führt zu eher schattigen, dunklen Innenräumen und ist nicht zu empfehlen. Wenn das Grundstück in Richtung Osten oder Westen orientiert sind, fällt entweder die Morgen- oder die Abendsonne weg, aber der Blick auf Sonnenaufgang (oder -untergang) ist umso schöner. Bauherren sollten das Grundstück zu allen Tageszeiten besuchen, um sich mit der Sonnenposition im Tagesverlauf vertraut zu machen.

Neben der Lage ist auch die Frage, wie steil das Grundstück ist, eine Herausforderung für den Bau. Je steiler der Hang ist, desto höher sind die Kosten und desto größer sind die Risiken. Alle Hanggrundstücke müssen vor Beginn der Bauplanung geologisch untersucht und für die Bebauung genehmigt werden. Wichtig sind dabei die folgenden Faktoren:

  • Beschaffenheit des Baugrundes
  • Tragfähigkeit des Bodens
  • Stabilität gegen Abrutschen
  • Analyse der wasserführenden Schichten (Vorschriften der DIN 18195 zur Bauwerksabdichtung gelten)
  • Weitere am Hang befindliche Immobilien

Bauherr, Bauvorhaben, Bauträger - Aufgaben, Information, Definition, BeispielBauherren sollten sich außerdem darauf vorbereiten, dass ihre Immobilie viele Treppen beinhalten wird. Diese lassen sich architektonisch geschickt zu einem Highlight der Einrichtung machen, sind aber nicht barrierefrei. Daher eignen sich Häuser in Hanglage nur bedingt für Senioren.

Mögliche Bauweisen für ein Haus in Hanglage

Haus in Hanglage, Bagger für Untergrund / FundamentHanghäuser werden häufig in das abfallende Grundstück „eingegraben“, was bedeutet, dass ein Teil der Wohnung keine Fenster hat. So ist das Haus allerdings vor dem Abrutschen geschützt. Außerdem erhält man auf diese Art eine natürliche Dämmung, was einen positiven Einfluss auf die Heizkosten hat. Vor allem an Südhängen ist es empfehlenswert, durch Solarzellen und Sonneneinstrahlung die Kosten für die Heizung noch weiter zu reduzieren.

Manchmal ist es allerdings nicht möglich oder nicht wünschenswert, das Haus in den Hang hineinzuschieben. Dann gibt es die Möglichkeit, Stelzen zu verwenden. So schwebt die Immobilie über dem Hang und ist besser vor eventuellen Erdrutschen geschützt. An sehr steilen Hängen lohnt sich diese Bauweise, wobei eine gute Dämmung wichtig ist. Bauherren sollten außerdem berücksichtigen, dass es bei einem Hanghaus auf Stelzen keinen direkten Zugang zum dazugehörigen Grundstück gibt.

Für eine besonders interessante Wirkung der Hanglage sollten Bauherren mit einem Architekten zusammenarbeiten. Dieser kann zum Beispiel eine Split-Level-Bauweise durchsetzen. Dabei teilt er den Grundriss des Gebäudes und verschiebt die Gebäudeteile in der Höhe, was zu neuen Ebenen führt. Optisch scheint es, als würde das Haus dem Grundstücksverlauf folgen. Außerdem gibt es so noch mehr Möglichkeiten dafür, die Aussicht zu genießen und tiefe Grundrisse auszunutzen.

Wichtig für die Bauweise des Hauses in Hanglage ist auch die Frage, ob es eine Erschließungsstraße an der Seite des Hangs gibt. Diese ermöglicht es nämlich, das Haus ebenerdig zu betreten und verschiedene Räume schnell zu erreichen. Für den Transport von Gegenständen ist dies besonders praktisch.

Hinweis: Für den Bau am Hang müssen Bauherren immer einen Prüfstatiker oder einen Ingenieur beauftragen, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Haus in Hanglage mit Keller bauen

Viele Hanghäuser haben keinen Keller, sondern nutzen die weniger attraktive Seite für Neben- und Stauräume. Wenn dennoch ein Keller gewünscht wird, müssen dessen Außenwände besonders gut abgesichert werden. Denn bei jedem Regenfall ist im Hang das Wasser unterwegs und bedroht die Außenwände des Kellers. Zugleich bietet ein Keller in einem Haus in Hanglage jedoch die Möglichkeit, diesen mit Fenstern zu versehen und so sogar als Wohnraum oder Gästezimmer nutzen zu können.

Kosten für das Bauen am Hang

Das Bauen am Hang ist kostspielig, und auch die Ersparnis beim Grundstückskauf wiegt die Baukosten nicht wieder auf. Zugleich erhalten Bauherren jedoch einen unvergleichlichen Blick über das Tal und je nach Lage eine optimale Sonneneinstrahlung.

Baugrundstück kaufen? Bebauungsplan einsehen!Die Kosten für das Bauen am Hang beginnen schon mit dem Experten, der die Bebaubarkeit und Sicherheit des Grundstücks beurteilt. Schon die Einrichtung der Baustelle am Hang ist aufwändig und dementsprechend teuer. Um das Grundstück gegen Abrutschen und Wasserflüsse zu sichern, sind weitere kostspielige Maßnahmen und manchmal sogar spezialisierte Firmen nötig. Häufig muss ein Hanggrundstück mit Drainageleitungen versehen werden, um das Hangwasser umzuleiten. Auch ein Schutz vor Hangwasser während der Bauzeit ist nötig.

Zudem muss für das Bauen am Hang einkalkuliert werden, dass der Bau recht lange dauern kann. Im Winter ist es besonders kompliziert, mit dem Bau fortzufahren, weshalb Kunden sich auf einen recht späten Einzugstermin einstellen sollten. Zu guter Letzt fordert der Prüfstatiker sein Honorar, das sich im Rahmen von 1.000 Euro bewegt. Trotz all dieser Nebenkosten ist das Bauen am Hang für viele Bauherren reizvoll, denn sie erhalten architektonisch besondere Häuser mit einem unschlagbaren Panorama-Blick.

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