Nutzfläche

Wenn Sie eine Immobilie kaufen oder mieten wollen, müssen Sie die Größe der Nutzfläche wissen. Denn diese gibt an, wie viel Platz Sie zur Verfügung haben. Wichtig ist dabei, dass Sie die zugrundeliegende Zweckbestimmung beachten. Oft gibt es Probleme die Begriffe Nutz-, Grund- und Wohnfläche auseinanderzuhalten. In diesem Beitrag erklären wir den Unterschied.

Die Nutzfläche gibt an, welche Teile der Gebäudegrundfläche genutzt werden dürfen. Nicht dazu zählen Funktionsflächen wie technische Betriebsräume, Maschinen- oder Heizungsräume. Auch Verkehrsflächen werden nicht mit in die Nutzfläche einer Immobilie eingerechnet. Dazu zählen sowohl Treppen und Eingänge als auch Aufzüge und Flure.

Nutzflächen nach DIN 277:2005

Die DIN 277:2005 regelt, welche Flächen als Nutzflächen gelten. Eine Unterscheidung von Neben- und Hauptnutzfläche wie in der alten DIN-Norm gibt es nicht mehr. Der Begriff bezieht sich hierbei auf die Gebäudenutzfläche und meint nicht landwirtschaftliche Nutzflächen. Letztere Nutzflächen umfassen Ackerland, Grün- und Gartenland sowie Wein- und Obstbauland. Auch Moore, Heiden, Brachland und Betriebsflächen werden zu landwirtschaftlichen Nutzflächen gezählt.

Die Gebäudenutzflächen werden nach ihren Funktionen und Zweckbestimmungen in verschiedene Arten unterteilt. Die folgenden sieben Kategorien sind vorgegeben:

  • Aufenthalt und Wohnen: Darunter zählen alle Wohn-, Gemeinschafts-, Speise- und Warteräume. Auch Pausenräume und sogar Hafträume zählen unter die Kategorie „Aufenthalt und Wohnen“.
  • Pflegen und Heilen: Alle Räume, die eine medizinische Ausstattung haben, zählen zu dieser Kategorie. Dazu gehören auch OP-Räume, Physiotherapie- und Reharäume sowie Räume, die zur Strahlentherapie genutzt werden.
  • Bildung, Kultur und Unterricht: Alle Unterrichts- und Übungsräume sowie Bibliotheks-, Versammlungs- und Sporträume gehören in diese Kategorie. Auch Bühnen, Schauräume und Studios zählen dazu.
  • Maschinen- und Handarbeit, Experimente und Produktion. Dazu gehören Werkhallen und -stätten, Laborräume, Räume für die Tier- und Pflanzenzucht, Küchen und Sonderarbeitsräume.
  • Büroarbeit: Normale Büroräume, Großraumbüros, Besprechungsräume und Aufsichtsräume werden unter der Kategorie „Büroarbeit“ zusammengefasst. Dazu gehören auch Schalter- und Bedienungsräume und Räume, die für die Bürotechnik genutzt werden.
  • Lagern, Verteilen, Verkaufen: Archive und andere Lager- und Sammlungsräume sowie Ausstellungs-, Verkaufs- und Annahme- und Ausgaberäume gehören zu dieser Kategorie. Auch Kühlräume werden zu dieser Art von Nutzfläche gezählt.
  • Sonstige Nutzung: Unter sonstige Nutzung fallen Garderoben, Sanitärräume, Abstellräume, Parkplätze, Schutzräume und Räume für zentrale Technik.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Nutzfläche, Wohnfläche und Grundfläche?

Die Nutzfläche von Gebäuden ist ein Teil der gesamten Grundfläche. Diesen Teil dürfen Sie nur gemäß seiner Zweckbestimmung nutzen. Hierbei sind nicht nur bewohnbare Flächen, sondern auch andere zweckbestimmte Flächen einbezogen.
Die Wohnfläche ist hingegen die gesamte Raumgrundfläche, die zu einem Haus oder einer Wohnung zählt. Damit ist sie ein Teil der Nutzfläche. Zubehörräume, Keller, Dachböden und Gemeinschafträume zählen nicht dazu. Auch Räume, die nicht dem aktuellen Bauordnungsrecht entsprechen sind keine Wohnfläche.

Die Grundfläche einer Immobilie ist die Fläche, die ein Gebäude auf dem Boden einnimmt. Es zählt also die Begrenzungsfläche der Immobilie.

Wie wird die Nutzfläche berechnet?

Die DIN-Norm 277 legt auch die Berechnung der Nutzfläche fest. Dabei fließen alle Grundflächen, die für die Zwecke gemäß der DIN-Norm genutzt werden können mit ein. Die Grundlage der Ermittlung bilden die Abmessungen der Räume. Die gesamte Nutzfläche können Sie dann durch Addition der einzelnen Flächen ermitteln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.