Wohnimmobilienkreditrichtlinie: Was bedeutet das für den Traum vom Eigenheim?

Wohnimmobilienkreditrichtlinie: Was bedeutet das für den Traum vom Eigenheim?

Geld clever anzulegen und dabei an die folgende Generation zu denken, läuft häufig auf eine Investition heraus: Den Traum vom Eigenheim realisieren. Der Weg dahin ist allerdings kein entspannter Spaziergang, sondern ein herausfordernder, längerer Wanderweg. Er beginnt zumeist mit dem Gang zur Bank, denn erfahrungsgemäß wird ein Kredit benötigt, um die eigene Immobilie finanzieren zu können. Mit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR), die im März 2016 in Deutschland wirksam wurde, hat sich einiges verändert – sowohl für die Kreditgeber als auch für die Kreditnehmer. Immobilienmaklerin und –expertin Monica Kirchner aus Essen (http://www.kirchner-mahlstedt.de/) hat die Entwicklung genau beobachtet. Sie erläutert, was künftige Eigenheimbesitzer erwartet.

„Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurde eingeführt mit dem Zweck,  den Schutz für Verbraucher hinsichtlich der Vergabe von Immobilien Krediten zu erhöhen und den Banken mehr Sicherheit zu generieren. Das bedeutet, dass Banken mit Einführung der WIKR den Darlehensnehmer im Prozess der Kreditvergabe detailliert informieren und die finanzielle Lage des Kunden noch sorgfältiger kontrollieren müssen als bislang“, so Kirchner. Während früher in der Regel lediglich die Ist-Situation des Kreditantragstellers überprüft wurde, verlangt die WIKR nun die Berücksichtigung der finanziellen Zukunftsentwicklung der Kunden. Dem Kunden hingegen wird ein Widerspruchsrecht zuteil, auf welches er sich nach Abschluss eines Darlehensvertrags berufen kann, wenn der Vertragsabschluss nicht den Richtlinien des Gesetzes entspricht. Die Konsequenz: Banken werden vorsichtiger in der Kreditvergabe.

„Mit der Einführung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie ist es komplizierter geworden, einen Kredit von der Bank zu erhalten. Es leiden in erster Linie junge Familien und Rentner unter der Richtlinie, weil sie nicht zwingend die Sicherheiten mitbringen, die das Kreditinstitut nun benötigt.“, erklärt Kirchner. Der Drang der Bank, so viel wie möglich zur privaten und finanziellen Lage der Darlehensnehmer zu erfahren, macht es bestimmten Kundensegmenten in Zukunft schwieriger, einen Kredit zugesprochen zu bekommen. Neben dieser Einschränkung gibt es allerdings auch positive Effekte für den Verbraucher: Durch die strenge Beratungs- und Aufklärungspflicht der Banken wird der Verbraucher davor geschützt, falsche Entscheidungen zu treffen. „Kommen Banken ihrer Informationspflicht nicht nach, kann das Kreditinstitut dafür haftbar gemacht werden. Diese Verbindlichkeit schafft mehr Transparenz und bessere Übersicht über die Finanzen des Kunden“, erläutert die Immobilienexpertin.

Es gibt also Vor- und Nachteile, die die WIKR dem potentiellen Eigenheimbesitzer beschert. Der Weg zum Eigenheim bleibt kein Spaziergang.