Wie hoch ist das Risiko einer Preisblase auf dem deutschen Immobilienmarkt?

Wie hoch ist das Risiko einer Preisblase auf dem deutschen Immobilienmarkt?

Lange galt der deutsche Wohnimmobilienmarkt als relativ unattraktiv und überreguliert. Nachdem jedoch die Preisblasen in Irland und Spanien platzten und auch die USA noch immer Auswirkungen der Finanzkrise spüren, erörtern Experten immer häufiger das Risiko einer entsprechenden Blase in Deutschland. Genauer betrachtet scheinen diese Befürchtungen allerdings haltlos, denn tatsächlich scheinen sich die Preise des deutschen Marktes eher zu normalisieren, wirkliche Preisübertreibungen sind dagegen selten zu finden.

Was ist eine Preisblase?

Sogenannte Preisblasen gibt es nicht nur in der Immobilienbranche, sie entstehen überall dort, wo Preise künstlich in die Höhe getrieben werden. Oftmals hat dies einen rasanten Anstieg zur Folge, dem ein plötzlicher Preiszerfall folgt. Gefördert wird die Entstehung einer solchen Blase insbesondere durch ein tiefes Zinsniveau und Akteure auf dem Markt, die fest an einen stetigen Aufwärtstrend glauben. Die Existenz einer solchen Blase lässt sich meist erst mit absoluter Gewissheit offenbaren, nachdem sie bereits geplatzt ist. Ein passendes Beispiel für die Immobilienbranche ist zuletzt in Spanien beobachtet worden: Hierbei wurden Immobilien gebaut, die als sogenannte Vorsorgewohnungen und -häuser verkauft werden sollten. Auf Absatzmärkten wie Deutschland versprach man sich durch teurere Verkäufe eine hohe Rendite. Da in diesem Fall aber auch die Absatzmärkte nicht bereit waren, das nötige Geld aufzubringen und somit auch kein Geld in die Kassen der Anleger kommt, ist die Blase geplatzt und der Anleger verliert sein Geld.

Preisblasengefahr auf dem deutschen Immobilienmarkt

Für die Zukunft wird erwartet, dass die deutschen Märkte ihre Preise anziehen werden, denn auch ausländische Investoren verstärken ihre Nachfrage nach deutschen Immobilien. Sämtliche Preiserhöhungen sind aber weniger als Entstehung einer Preisblase zu betrachten, sondern vielmehr als Zustand der Normalisierung, denn der deutsche Markt wurde bisher schlichtweg unterbewertet und gleicht dies nun aus. Angesichts des teilweise erheblichen Ungleichgewichts in Europa besteht allerdings dennoch das Risiko, dass es in diesem Zuge zu Überbewertungen kommen kann. Um einer möglichen Blase vorzubeugen, können hier allerdings Gesetzgeber und Regulierer problemlos einschreiten.

Sollten die Preise wider Erwarten doch rasant ansteigen, so ist damit zu rechnen, dass der Gesetzgeber mit entsprechenden Maßnahmen zur Regulierung beginnt. Darunter fallen beispielsweise die Anhebung der Grund- und Grunderwerbssteuer sowie Änderungen des Mietrechts. Diese und weitere Informationen können Sie bei Interesse auf dem Wissensportal von immozine24.de detaillierter nachschlagen. Allgemein betrachtet ist der deutsche Immobilienmarkt allerdings eine ideale Branche, um zu investieren, gerade weil diese befürchteten Übertreibungen nicht zu erwarten sind. Grund dafür ist die relative Unterbewertung im Vergleich zu vielen anderen Ländern sowie die historische Gewichtung. Ebenso werden durch die Eurokrise und die daraus resultierende Liquiditätsbereitstellung der EZB Sachwerte zukünftig einen ohnehin höheren Stellenwert haben.