Der späte Boom rund um Berlin

Der späte Boom rund um Berlin

In den letzten fast 25 Jahren hat sich auf dem Berliner Immobilienmarkt eine große Menge getan: Wo vor dem Ende der Berliner Mauer 1989 noch unattraktive und nur spärlich eingerichtete Wohnungen im Osten Berlins vorzufinden waren, blüht heute das Geschäft mit hochwertigen und modernisierten Altbauwohnungen.

Doch dieser Wandel kommt später als erwartet. Man rechnete damit, dass unmittelbar nach Ende der DDR Unmengen von potenziellen Mietern nach Berlin ziehen würden und die Mieten entscheidend steigen würden. Historisch bedingt wurde dies aber verhindert. Zum einen schützte ein sogenannter “Weißer Kreis” vor Mieterhöhungen in kurzer Zeit, zum anderen hatte kein “vermögender” Mieter Interesse an den Wohnungen im Osten.

Bestes Beispiel für den Wandel des Berliner Immobilienmarktes ist der Bezirk Prenzlauer Berg, in dem Altbauwohnungen, die zuvor noch mit Etagentoiletten und Kohleöfen ausgestattet waren, stetig renoviert und modernisiert wurden und so ein neues Zuhause für gut verdienende Mieter bot. So veränderte sich auch das gesamte Bild des Bezirks, der heute viele Cafés und Boutiquen beherbergt.
Aus den anfänglichen Mietern wurden später Eigentümer und Investoren, die die aufwändig renovierten Eigentumswohnungen zu stark erhöhten Preisen verkaufen.

Berlin bleibt auch weiterhin innerhalb Europa die günstigste Mietmetropole, jenseits der bekannten Hotspots findet man noch immer ausreichenden und auch bezahlbaren Wohnraum.

Mietpreisspreizung – Mietpreise unter 7 Euro pro Quadratmeter

Doch zu den Mietern kamen durch den Wandel Berlins zur kulturellen Hauptstadt Deutschlands auch immer mehr Touristen, die ihren Aufenthalt in zu Ferienwohungen umgebauten Wohnungen verbringen. Durch diese Fehlbelegungen der zentrumsnahen Wohnungen hat sich die Wohnsituation in Berlin weiter verschärft, weshalb es sich der Berliner Senat zur Aufgabe gemacht hat, diesem Zustand ein Ende zu bereiten. Wohnbaugesellschaften bemühen sich, in den nächsten Jahren in den Bau von bis zu 3000 Wohnungen zu investieren. Dabei wird eine “Mietpreisspreizung” angestrebt, die Mietpreise von über sieben Euro pro Quadratmeter Kaltmiete verhindern soll. Zurzeit liegt diese in Bezirken wie Charlottenburg oder Mitte bei durchschnittlich acht Euro pro Quadratmeter.