Bayerische Immobilien

Bayerische Immobilien

Einer Umfrage zufolge sind die deutschen Bürger mit der Mietsituation durchaus zufrieden. Das klingt angesichts der steigenden Preise zunächst überraschend, zeigt jedoch auch, dass der deutsche Markt noch weit von den Verhältnissen wie in London oder Paris entfernt ist. Das gilt auch in Bayern, einem eher teuren Flächenstaat auf dem deutschen Immobilienatlas. Dennoch sollte der Blick auf das Geschehen stets kritisch bleiben. Denn wo die aktuelle Entwicklung hinführt, wird bereits jetzt deutlich – und Zahlen unterlegen das.

Bayern als Negativbeispiel?

In den deutschen Groß- und Universitätsstädten fehlen insgesamt knapp 250.000 Wohnungen. Das ist eine stolze Zahl, die zu guten Teilen auch in Bayern ihren Ursprung findet. Dass im Freistaat fleißig gebaut wird, zeigt die Bauunternehmen Übersicht in Bayern auf Massivhaus.de zwar eindeutig, aber dass die vorhandenen Wohnungen oft drastisch oberhalb des durchschnittlichen Mietspiegels liegen, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Das betrifft vor allem kleine Wohnungen, die tendenziell für Studenten und geringverdienende Singles interessant sind.

Investoren auf dem Vormarsch

Die stark steigenden Preise auf dem Miet- und Kaufmarkt ziehen natürlich auch Investoren an. Diese bedienen sich nicht nur auf dem Wohnungsmarkt, sondern auch in anderen wachsenden Segmenten wie der Hotelbranche. So hat die Union Investment erst kürzlich das Motel One in der Münchner Isarvorstadt erworben. Dass das erst der Anfang eines starken Trends ist, liegt wohl auf der Hand. Welche Konsequenzen diese Entwicklung haben kann, ist im europäischen Ausland deutlich sichtbar. Die Probleme in genannten Städten wie London oder Paris sind schließlich eine direkte Folge der Investitionsfreude ausländischer Anleger.

München im Mittelpunkt

Auch sonst sorgt vor allem München immer wieder für Schlagzeilen, wenn es um Immobilien in Bayern geht. Luxusbauprojekte sind derzeit stark im Trend und sollen der Landeshauptstadt zu weiterem Glanz verleihen. Häuser wie das „Isabella 32“ in Schwabing oder das „The Seven“ in der Müllerstraße sind gleichermaßen Prestige- wie Anlageobjekte. Wie der Immo Ratgeber von Terrafinanz zeigt, können betuchte Käufer damit auch direkt an die Altersvorsorge denken. Zumindest der Stand der Dinge spricht absolut dafür, denn von einer Blase kann aufgrund der hohen Nachfrage nicht die Rede sein.

Klare Tendenzen – aber nicht allseits beliebt

Überhaupt scheint die Isarvorstadt auf dem Weg zur vielleicht angesagtesten Wohngegend Deutschland zu werden. Das nächste Edelprojekt ist nämlich längst in Planung, auch wenn der Baubeginn aufgrund rechtlicher Probleme noch auf sich warten lässt. Über kurz oder lang werden die Glockenbachsuiten aber wohl zur Realität werden. Was sich dahinter verbirgt, ist nicht schwer zu erahnen: Direkt an der innerstädtischen Isar gelegen (Wittelsbacherbrücke), werden schon jetzt Marktpreise ab 7.000 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Auch mit diesem Projekt wird die normale wohnungssuchende Familie also nichts zu tun haben. Was bleibt, ist folglich immer häufiger der Weg aus der Stadt – allerdings zeichnen sich dort auch die ersten Wolken am Horizont ab.

Soziale Projekte sollen Ausgleich bringen

Durch den starken Zuzug in die Großstädte werden auch die direkt umliegenden Städte und Ortschaften immer gefragter. Sie sind schließlich ein Kompromiss aus Metropolnähe und bezahlbarem Wohnraum. Den Marktgesetzen folgend, zeigt sich dort eine ähnliche Problematik. In Dachau unweit von München wird deswegen momentan die Rennplatzsiedlung gebaut. Im Oktober 2014, also in etwa einem Jahr, sollen die 27 Wohnungen bezugsfertig sein. Weitere 56 Wohneinheiten sollen folgen. Dabei handelt es sich um „familiengerechte und altenfreundliche“ Sozialwohnungen, wie die Stadtbau Dachau GmbH offiziell verlauten lässt. Diese Bezeichnung deutet bereits die wohl wichtigste Eigenschaft des Wohnprojektes an: Es wird bezahlbar sein – und zwar nicht nur für Besserverdiener ohne Kinder. Dass Maßnahmen wie diese auch in anderen Teilen Bayerns künftig immer mehr gefragt sein könnten, liegt auf der Hand. Ein Allheilmittel gegen die Wohnungsnot ist das zwar nicht, aber immerhin ein kleiner Schritt zur Besserung der Lage.