Sonderumlage
Eine Sonderumlage kann beispielsweise bei einer Eigentümergemeinschaft fällig werden, wenn für am Gemeinschaftseigentum vorzunehmende umfangreiche Renovierungen oder Reparaturen die Höhe der Instandhaltungsrücklage (siehe Instandhaltungsrücklage in diesem Glossar) nicht mehr ausreicht. Die Höhe einer Sonderumlage und der jeweilige Anteil der Eigentümer sind auf einer Eigentümerversammlung zu verabschieden und zu diskutieren. Eine Sonderumlage für Mietobjekte kann durch ...
Teilungserklärung
Nach § 8 Absatz 1 des Wohnungseigentumsgesetzes, kann ein Eigentümer sein Anteil am Grundstück einer Eigentumswohnanlage so aufteilen, dass seine Miteigentumsanteile am Sondereigentum (siehe Miteigentumsanteil, Sondereigentum in diesem Glossar) mit seinem Wohnungseigentum und seinem nicht zu Wohnzwecken geltenden Teileigentum verbunden sind, wenn das Wohnungseigentum und das Teileigentum nach § 8 Absatz2 des Wohnungseigentumsgesetzes in sich ...
Zinsfestschreibung
Bei der Zinsfestschreibung ist die Höhe des Zinssatzes für ein Darlehen für einen gewissen Teil der Laufzeit festgeschrieben. Ungeachtet von Leitzinsänderungen und Markschwankungen bleibt bei der Zinsfestschreibung der Zinssatz unberührt. Bei niedrigen Laufzinsraten, also bei einer geringen Guthabenverzinsung, sinkt auch der Darlehenszinssatz. Es empfiehlt sich deshalb, eine Zinsfestschreibung von beispielsweise Baudarlehen in einem gewissen Zeitraum ...
Erbpacht
Die Erbpacht ist ein nicht im Bürgerlichen Gesetzbuch und nicht in der Grundbuchordnung enthaltenes Recht aus dem 19. Jahrhundert. Das Erbpachtrecht wurde mit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches dem landesrechtlichen Sektor zugeordnet und bedeutet eine Trennung zwischen dem Eigentum und der rechtlichen Pächternutzung (siehe Pacht in diesem Glossar). Die Erbpacht hat im Deutschland der heutigen ...
Kommunalabgaben
Kommunalabgaben sind an die jeweilige Gemeinde zu leistende Gebühren. Zu den Kommunalabgaben zählen die Verwaltungs- und Gemeindesteuern, wie zum Beispiel die Grundsteuer für eine Immobilie, die Gewerbesteuer, oder auch die Kirchensteuer und die Friedhofsgebühr. Weitere Kommunalabgaben sind Müllgebühren, Abwassergebühren und Anliegerbeiträge (siehe Grundsteuer, Anliegerbeiträge in diesem Glossar). Müllgebühren sind Bestandteil der Betriebskostenrechnung. Kommunale Gebühren können ...
Umschuldung
Bei der Umschuldung werden laufende Kredite durch neue und zinsgünstigere Kredite einer anderen Bank ersetzt. Eine Umschuldung lohnt sich nur, wenn die Neudarlehenskosten einschließlich Zinsen deutlich geringer ausfallen, als das ursprüngliche Darlehen beim alten Kreditinstitut. Dabei sind insbesondere Notarkosten, Grundbuchkosten und mögliche Vorfälligkeitsgebühren zu beachten (siehe Vorfälligkeitsgebühren, Notar, Grundbuch in diesem Glossar). Bei der Immobilienfinanzierung ...
Reallast
Die Reallast ist ein dingliches Recht, für das ein Grundstück oder ein Grundstückseigentümer haftet. Reallasten können regelmäßige Abgaben und wiederkehrende Leistungen wie Erbbauzinsen, Kaufpreisrenten, als auch Naturalleistungen sein. Die Reallast ist im Grundbuch eingetragen und kann durch Grundstücksanbauerträge oder auch Mieteinnahmen eingelöst werden. Der Reallastbegünstigte kann auch der Eigentümer eines anderen Grundstückes sein. Der Eigentümer ...
Dingliches Wohnrecht
Das Wohnrecht ist ein auf eine bestimmte Person ausgestelltes, dingliches Recht. Es gilt als beschränkte, persönliche Dienstbarkeit und ist im Grundbuch eingetragen (siehe Grunddienstbarkeiten in diesem Glossar). Das Wohnrecht wird der berechtigten Person anstelle der Übertragung oder des Kaufes eingeräumt, es ist nicht zu entgelten. Mitunter gibt es aber Vereinbarungen darüber, dass sich der Wohnberechtigte ...
Zwangsversteigerung
Die Zwangsversteigerung ist neben der Zwangsverwaltung und der Zwangshypothek eine der drei Immobilienvollstreckungsarten und Möglichkeiten, wobei die Zwangsversteigerung wohl am häufigsten benutzt wird, um ausstehende Schuldforderungen einzutreiben. Auch für diese Maßnahme werden ein Vollstreckungstitel, ein vollstreckbares Urteil und ein Vollstreckungsbescheid benötigt. Am häufigsten wird die Zwangsvollstreckung durch Geldinstitute und Banken durchgeführt, deren Kredite durch den ...
Zurückbehaltungsrecht
Nach § 320 des Bürgerlichen Gesetzbuches, steht es einem Mieter nach erfolgter Aufforderung des Vermieters, einen erheblichen Mangel in der Wohnung zu beseitigen zu, die Miete einzubehalten, wenn der Vermieter der Aufforderung nicht nachgekommen ist. Dieses Zurückbehaltungsrecht berechtigt den Mieter, die Miete oder einen Teil der Miete so lange zurückzuhalten, bis der Vermieter seiner Reparatur ...
Mietspiegel
Das bürgerliche Gesetzbuch empfiehlt Gemeinden, einen Mietspiegel zu erstellen, dieser richtet sich nach der marktüblichen Vergleichsmiete und soll alle zwei Jahre aktualisiert werden. Der Mietspiegel hat Vorteile für Mieter und Vermieter. Ist der Mietpreis zu hoch angesetzt, kann sich der Mieter auf die im Mietspiegel angegebene Vergleichsmiete berufen, umgekehrt kann sich der Vermieter bei einer ...
Eigentumswohnung
Die Eigentumswohnung ist ein in sich abgeschlossener Wohnbesitz innerhalb eines Mehrfamilienhauses. Sie bezeichnet das reine Wohneigentum, während das so genannte Teileigentum zu einem gewissen Miteigentumsanteil dem jeweiligen Wohnungseigentümer zugeschrieben wird (siehe Abgeschlossenheit, Miteigentumsanteil, Teileigentum in diesem Glossar). Der Begriff Eigentumswohnung ist in der Wohnungswirtschaft nicht mehr sehr gebräuchlich, es wird zwischen Wohnungseigentum und dem Teileigentum ...
Bewirtschaftungskosten
Bewirtschaftungskosten sind Regelkosten, die sich aus der laufenden Inbetriebnahme einer Immobilie ergeben. Dazu zählen Verwaltungs- und Instandhaltungskosten, Abschreibungen (siehe Abschreibungen in diesem Glossar) und das Mietausfallwagnis. Bewirtschaftungskosten sind Bestandteil der zu ermittelnden Kostenmiete (siehe Kostenmiete in diesem Glossar), und werden somit anteilmäßig zu gewissen Teilen zu der reinen Mietzahlung hinzuaddiert. Bei einem Eigentümer, der seine ...
Bemessungsgrundlage
Die Bemessungsgrundlage ist ein Begriff aus dem Steuerrecht. Sie stellt einen Richtwert für die Berechnung einer Steuer dar. Bei der Berechnung der Erbschaft und Schenkungssteuer von Häusern und Grundstücken stellt beispielsweise der Grundbesitzwert von Immobilien die Bemessungsgrundlage dar. Der Grundbesitzwertermittlung werden der gängige Verkehrswert, der Einheitswert und der Bodenrichtwert zugrunde gelegt (siehe Verkehrswert, Einheitswert, Bodenrichtwert ...
Bebauungsplan
Der Bebauungsplan schafft Baurechte für die Eigentümer eines zu bebauenden Grundstückes, die im Bewilligungsbereich des Planes liegen. Es ist zu unterscheiden zwischen einem einfachen und einem qualifizierenden Bebauungsplan. Ein qualifizierender Bebauungsplan enthält Bestimmungen über die bauliche Nutzung (siehe Baugebiete in diesem Glossar), die Grundstücksflächen und die verkehrsrelevante, örtliche Infrastruktur. Ein Bebauungsplan, der diese Punkte nicht ...
Bausparsumme – Bausparvertrag
Der Bausparvertrag ist eine sichere, konventionelle Geldanlage zur Verwirklichung der Eigenheimfinanzierung, oder bei Vorhandensein eines Eigenheimes, um dieses mit der zuteilungsreifen Bausparsumme zu modernisieren. Er ist in der Regel ein Bestandteil der Baufinanzierung. Für den Abschluss eines Bausparvertrages wird eine Abschlussgebühr für den Bausparer fällig, die mit den monatlichen Einzahlungsraten getilgt wird. Der Bausparer zahlt ...
Bauvoranfrage
Die Bauvoranfrage klärt schnell und unbürokratisch nach wenigen Wochen, ob das Bauvorhaben umgesetzt werden kann. Dies erfolgt nach Genehmigung der Baubehörde durch den Bauvorbescheid. Der Bauplan ist mit dem Bauantrag durch einen am Bauvorhaben beteiligten Bauingenieur oder Architekten einzureichen. Die baubeschreibenden Unterlagen sind zumeist ein Lageplan (siehe Begriff Lageplan in diesem Glossar), statistische Werte, Zeichnungen ...
Bereitstellungszinsen
Bereitstellungszinsen fallen an, wenn das Baudarlehen nicht in der vereinbarten Zeit für das Bauvorhaben abgerufen und verwendet wird. Sie werden durch das Geldinstitut erhoben, das den Baukredit bewilligt hat. Bereitstellungszinsen gelten als Finanzierungsnebenkosten. Die Kulanzzeitfristen sind von Geldinstitut zu Geldinstitut unterschiedlich. Manche Kreditgeber verlangen bereits einen Monat nach Überschreitung der eigentlichen Inanspruchnahme des Baukredites Zinsen, ...
Grundbuchauszug
Ein Grundbuchauszug ist vom Grundbuchamt anzufertigen und ist eine beglaubigte Abschrift des Grundbuchblattes, auf dem alle eigentümerrechtlichen Eintragungen und Belastungen vermerkt sind, die das Grundstück betreffen. Der Besitzer mehrerer Grundstücke kann verfügen, dass sämtliche seine Grundstücke betreffenden und beim Grundbuchamt vermerkten Eintragungen auf einem Grundbuchblatt vermerkt sind (siehe Grundbuch, Grundbuchamt in diesem Glossar). Hierbei handelt ...
Sachwert
Der Sachwert stellt den Wert eines Bewertungsgegenstandes im Rahmen eines Sachwertverfahrens dar. Die Herstellungskosten eines Sachwertes ergeben den Herstellungswert. Per Gutachten wird versucht, die Differenz zwischen Herstellungswert und Verkehrswert eines Sachwertes auszugleichen. Auf Immobilien bezogen, erfolgt die Sachwertfeststellung durch die Ermittlung des Bodenwertes und des Immobilienwertes (siehe Bodenwert, Verkehrswert in diesem Glossar). Beide Werte ergeben ...
Wohnungseigentumsgesetz
Das Wohnungseigentumsgesetz erlangte nach dem II. Weltkrieg Beachtung. Da es erst nach dem Krieg üblich wurde, Wohnungseigentum oder Teileigentum für mehrere Eigentümer in Mehrfamilienhäusern zu schaffen. Das am 15.03.1951 geschaffene Wohnungseigentumsgesetz schaffte die rechtliche Grundlage für die Regelung der gemeinsamen Kosten und Lasten sowie das Sonder und Teileigentum einer so genannten Wohnungseigentümergemeinschaft. Es regelt ferner ...