Kostenmiete
Die Kostenmiete ist die Höchstmiete, die bei mit öffentlichen Mitteln gefördertem Wohnraum erhoben werden kann. Grundlage ist das II. Wohnungsbaugesetz, dass die öffentliche Wohnraumförderung regelt. Die Kostenmiete setzt sich aus den Kapitalkosten und Bewirtschaftungskosten der jeweiligen Wohnung zusammen. Die Bewirtschaftungskosten sind Verwaltungs- und Instandhaltungskosten, Abschreibungen (siehe Abschreibung in diesem Glossar) und das Mietausfallrisiko. Die Kapitalkosten ...
Baurecht
Das Baurecht oder Bauplanungsrecht umfasst Ausnahmegenehmigungen, die Erleichterungen bei Bauherren und Gemeinden in der Umsetzung ihrer jeweiligen Baupläne bedeuten können. Auch in der Baunutzungsordnung finden sich Ausnahmegenehmigungen hinsichtlich der verschiedenen Baugebietsarten (siehe Baunutzungsverordnung, Baugebiete in diesem Glossar). Das Baurecht regelt im Allgemeinen die Art der Bebauung und der für die jeweiligen Baugebiete vorgesehenen Arten der ...
Mietkaution
Die Mietkaution ist eine Form der Sicherheitsleistung, die der Vermieter zum Anfang eines Mietverhältnisses verlangen kann. Die Kaution darf im Höchstfall drei Monatsmieten der Grundmiete ohne Betriebskosten betragen. Die Kaution kann in drei Monatsraten geleistet werden. Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses zu leisten. Der Vermieter legt das Geld der Kautionszahlung auf einem ...
Tilgungsaussetzung
Die Tilgungsaussetzung ist eine Form der Baufinanzierung. Der Kredit wird nicht herkömmlich in Zinsen und Tilgungsraten zurückgezahlt, sondern die Tilgung wird vorläufig eingestellt. Die Tilgungsaussetzung kann eine profitable Form der Baufinanzierung sein, es ist jedoch darauf zu achten, ab einem gewissen Zeitpunkt die Tilgung per Sondertilgungsrate in verschiedenen Tilgungsschritten oder in einer Summe vornehmen zu ...
Dienstbarkeit (Grundbuch)
Unter Dienstbarkeiten sind Rechte von Drittnutzern gegenüber dem Grundstückseigentümer zu verstehen. Es ist unter drei Arten von Dienstbarkeiten zu unterscheiden: Zum einen die Grunddienstbarkeit, die Überfahrrechte und Wegerechte beinhaltet, die beschränkte persönliche Dienstbarkeit (Wohnrecht) und der persönliche Nießbrauch, oder das Nießbrauchsrecht (siehe Grunddienstbarkeit, Nießbrauch und Grundbuch in diesem Glossar). Diese Dienstbarkeiten müssen als feststehendes oder ...
Bauherr
Der Bauherr gibt sein Bauvorhaben in der Regel bei einem Bauträger oder Bauunternehmen in Auftrag. Der Bauträger haftet bis zur Fertigstellung auch finanziell für die Fertigstellung der verschiedenen Bauschritte und bedient sich dabei häufig Subunternehmern, die der Bauträger vorab zu bezahlen hat. Der zukünftige Besitzer und Bauherr oder auch Auftraggeber ist rein formal erst bei ...
Immobilienfonds
Immobilienfonds sind eine Anlageform. Es ist zwischen dem geschlossenen und offenen Immobilienfond zu unterscheiden. Geschlossene Immobilienfonds sind das Finanzvermögen einer Gesellschaft. Das Finanzvermögen wird ausschließlich zum Erwerb von Immobilien verwendet. Investoren kaufen Anteile an dem Fond, bis die Höhe der festgelegten Finanzierungssumme erreicht ist. Bei Erreichung der Summe ist ein weiterer Ankauf von Anteilen nicht ...
Dauerwohnrecht
Das Dauerwohnrecht ist eine im Wohnungseigentumsrecht vermerkte Dinglichkeit des Wohnungsnutzers, eine Wohnung dauerhaft zu bewohnen (§ 31 Abs. 1 WEG). Das Recht der Wohnungsnutzung ist als Grundstücksbelastung des Wohnungseigentümers eingetragen und geltendes, für den Wohnungseigentümer verpflichtendes Recht (§ 14 WEG). Der Wohnungseigentümer unterliegt somit einer Veräußerungsbeschränkung seiner Immobilie, er kann sich aber im Falle der ...
Baumängel
Von einem Baumangel ist zu sprechen, wenn die Bauleistung des Bauunternehmens oder seiner Subunternehmer und Handwerker nicht den üblichen Regeln der Baukunst, Statik und Technik entsprechen. Ist das der Fall, steht dem Auftraggeber oder Bauherrn ein Ausgleich oder Gewährleistungsanspruch zu. Der Mangel am Bau muss auf Kosten des ausführenden Unternehmens behoben werden. In der Praxis ...
Erschließung
Die Erschließung umfasst alle baulichen Maßnahmen, die der Herstellung von Verkehrswegen und der Strom und Trinkwasserversorgung dienen. Dazu zählen auch Gas, Wärme, Abwasserbeseitigung (Kanalisation) sowie Außenbeleuchtungen. Die Erschließungshoheit ist den Gemeinden untergeordnet. Die Gemeinden können selbst für die Erschließung sorgen, aber auch Unternehmen damit beauftragen. Erschließt die Gemeinde selbst die in ihrem Zuständigkeitsbereich gelegenen Gebiete, ...
Geschoßflächenzahl GFZ
Eine Geschoßflächenzahl ist eine von verschieden angelegten Satzungen zur Maßbestimmung einer erlaubten baulichen Nutzungsdichte im Verhältnis zur Grundstücksgröße im Rahmen eines Bebauungsplanes (siehe Bebauungsplan in diesem Glossar) Die Geschoßflächenzahl oder auch GFZ stellt ein Verhältnis zwischen der Anzahl der Geschoßflächen eines zu errichtenden Gebäudes und der Größe des Grundstückes dar, auf dem das Gebäude errichtet ...
Gemarkung
Eine Ortschaft oder Gemeinde besteht aus mehreren Flurstücken. Das aus mehreren Flurstücken bestehende Gemeindegebiet besteht aus mehreren Gemarkungen. Es gibt unterschiedliche Größen von Gemarkungen. Eine Gemarkung kann so groß sein, das sie sich aus mehreren Gemeindegebieten konstituiert, also gemeindeübergreifend sein kann. Eine Gemarkung besteht also aus mehreren Flurstücken, die zu einem Nummerierungsbezirk zusammengefasst werden. Der ...
Vorfälligkeitsentschädigung
Die Vorfälligkeitsentschädigung dienst dazu, den Banken bei Rückzahlung eines Darlehens einen Ausgleichsbetrag zu zahlen, wenn zu dem Rückzahlungszeitpunkt die Bank das zurückerhaltene Geld oder die Darlehenssumme nur zu marktrelevant schlechteren Konditionen wieder anlegen kann. Anlagemöglichkeiten für die Bank sind in diesem Fall Pfandbriefe, öffentliche Anleihen und Kommunalobligationen. Da diese Anlagekonditionen nicht die günstigste Alternative für ...
Wohnberechtigungsschein
Der Wohnberechtigungsschein ist eine von Amts wegen ausgestellte Bescheinigung, mit der ein Mieter nachweisen kann, dass er berechtigt ist, aufgrund seines niedrigen Einkommens eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Sozialwohnung zu bewohnen. Das Wohnungsamt stellt den Berechtigungsschein aus. Nach dem Wohnraumförderungsgesetz liegen die Einkommensgrenzen für einen Einpersonenhaushalt bei 12.000 Euro und für einen Zweipersonenhaushalt bei 18.000 ...
Wegerecht
Das Wegerecht wird durch eine Grunddienstbarkeit eingeräumt (siehe Grunddienstbarkeit in diesem Glossar). Durch das eingeräumte Wegerecht wird beispielsweise einem anderen Eigentümer das Recht zugestanden, Teile des Grundstückes zu begehen oder zu befahren, um beispielsweise sein eigenes Grundstück zu erreichen. Ist ein Nachbar nicht einverstanden, dieses Wegerecht einzuräumen, kann ein Notwegerecht durchgesetzt werden, falls über einen ...
Maklercourtage
Die Maklercourtage oder auch Maklerprovision ist nach § 652 des Bürgerlichen Gesetzbuches die Gebühr des Immobilienmaklers für den Abschluss oder für die Vermittlung eines Vertrages. In der Regel ist das ein Kauf oder Mietvertrag für ein zu bewohnendes Objekt. Die Erhebung einer Maklerprovision ist nur statthaft, wenn die Tätigkeit des Maklers unmittelbar mit dem Zustandekommen ...
Nutzfläche
Bei einem Wohnhaus ist zwischen der Wohnfläche und der Nutzfläche eines Hauses zu unterscheiden. Während die Wohnfläche ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt wird, sind die Nutzflächen eines Hauses beispielsweise die Unterkellerung oder die Kellerräume, der Dachboden, der Heizraum sowie sämtliche Nebenräume. Diese Art der Räume werden in die Gesamtnutzfläche eines Hauses eingerechnet beziehungsweise zusammengerechnet. Die Nutzfläche ...
Annuitätendarlehen
Das Annuitätendarlehen, oder auch Tilgungsdarlehen oder Immobiliendarlehen genannt, setzt sich aus gleich bleibenden jährlichen Raten an Zins und Tilgungsleistungen zusammen. Die Jahrsannuität, oder auch die jährliche Belastung setzt sich aus dem vereinbarten Zinssatz und der Darlehenstilgung zusammen, die sich bei geringer werdendem Zinssatz erhöht. Ein Darlehen mit einem Zinssatz von 6% und einem Prozent Tilgung ...
Finanzierungsplan
Der Finanzierungsplan gibt eine transparente Übersicht über die Gesamtkosten eines Bauvorhabens oder einer Investition im allgemeinen Sinne. Der Finanzierungsplan enthält sämtliche Mittel, die beispielsweise für ein Bauvorhaben erforderlich sind, wie Eigenkapital, Baudarlehen, Zinsen, Tilgung sowie jährliche und monatliche Belastungen. Fortschrittliche Finanzierungspläne geben Auskunft über die Entwicklung von Zinsen und Tilgungsständen während der gesamten Finanzierungsphase, also ...
Kataster
Ein Kataster ist ein Verzeichnis vermessungstechnische und amtlicher Art, das alle Grundstücke einer Gemeinde enthält. Das so genannte Liegenschaftskataster besteht aus einem darstellenden und einem beschreibenden Teil. Beim darstellenden Teil handelt es sich um ein Katasterkartenwerk, während der beschreibende Teil die Katasterbücher darstellt (siehe Katasterkarten, Flurkarten in diesem Glossar).
Zwangshypothek
Die Zwangshypothek ist neben der Zwangsverwaltung und der Zwangsversteigerung eine der drei Immobilienvollstreckungsmöglichkeiten (siehe Zwangsverwaltung, Zwangsversteigerung, Sicherungshypothek in diesem Glossar). Die Zwangshypothek dient der Durchsetzung von Forderungen und wird im Grundbuch eingetragen. Benötigt werden für diese Maßnahme ein Vollstreckungstitel, ein vollstreckbares Urteil oder ein Vollstreckungsbescheid. Die Zwangshypothek wird auf das Objekt des Schuldners aufgenommen, um ...